INNWELL Journal · Grundlagen
Mikrobiom und Darmflora: Was dahintersteckt
Im Darm leben Billionen Mikroorganismen. Was Fachleute heute unter dem Mikrobiom verstehen, was seine Zusammensetzung beeinflusst und was im Alltag dazu bekannt ist: ein sachlicher Überblick.

Was ist das Mikrobiom?
Im Darm leben Billionen Mikroorganismen, die meisten davon im Dickdarm. Fachleute fassen sie als Darmmikrobiom zusammen; früher sprach man von Darmflora. Dazu gehören vor allem Bakterien, aber auch andere Mikroorganismen.
Eine oft zitierte Zahl besagt, dass im Körper zehnmal mehr Bakterien als Körperzellen leben. Neuere Schätzungen kommen auf ein Verhältnis von ungefähr eins zu eins: Bakterienzellen und Körperzellen sind also etwa gleich zahlreich.
Welche Aufgaben übernehmen Darmbakterien?
Darmbakterien verwerten Bestandteile der Nahrung, die der Körper selbst nicht aufspalten kann, vor allem Ballaststoffe. Dabei entstehen unter anderem kurzkettige Fettsäuren. Forschende beschreiben außerdem Wechselwirkungen zwischen Mikrobiom und Immunsystem und eine Rolle bei der Bildung einzelner Vitamine.
Vieles davon stammt aus der Grundlagenforschung. Wie sich einzelne Befunde auf den Alltag übertragen lassen, ist häufig noch offen.
Was beeinflusst die Zusammensetzung?
Die Zusammensetzung des Mikrobioms verändert sich im Lauf des Lebens. Einfluss haben unter anderem die Ernährung, das Alter, die Umgebung und Medikamente, zum Beispiel Antibiotika. Als wichtigster beeinflussbarer Faktor gilt die Ernährung.
Was du im Alltag tun kannst
Häufig empfohlen wird eine abwechslungsreiche Ernährung mit vielen Ballaststoffen, etwa aus Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Vollkorn. Auch fermentierte Lebensmittel wie Joghurt, Kefir oder Sauerkraut werden in diesem Zusammenhang oft genannt.
Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung. Bei anhaltenden Verdauungsbeschwerden lass dich bitte ärztlich beraten.
Quellen
- Sender R, Fuchs S, Milo R (2016): Revised Estimates for the Number of Human and Bacteria Cells in the Body. PLOS Biology. doi.org/10.1371/journal.pbio.1002533
- Valdes AM et al. (2018): Role of the gut microbiota in nutrition and health. BMJ. doi.org/10.1136/bmj.k2179
Die Quellen beschreiben allgemeine Forschung und Definitionen, nicht die Wirkung von BELLY RITUAL. Stand der Prüfung: 15.10.2026.


